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07.08.2020

Naturschutzbehörde und Umweltverwaltung warnen: Baden in Baggerseen ist streng verboten

Kreis Segeberg. Alle Zeichen stehen auf Sommer. Überfüllte Strände und Badeseen verleiten bei heißen Temperaturen dazu, sich die ersehnte Erfrischung in einem ruhig gelegenen Baggersee zu holen. Aber das ist nicht nur verboten, sondern kann auch lebensgefährlich sein. Gemeinsam warnen Kreis-Umweltverwaltung und untere Naturschutzbehörde daher eindringlich vor einem Besuch.

„Das Baden in Kiesseen hat im Binnenland einen besonderen Reiz, da es sich hier im Gegensatz zu oft überlaufenen offiziellen Badestellen meist um ungestörte ruhige Ufer handelt“, sagt Doris Hempen von der unteren Naturschutzbehörde. Abgesehen davon, dass es sich bei nicht öffentlichen Kiesseen um Privateigentum handele, hätten die Uferbereiche vor allem für Natur und Landschaft einen besonders hohen Wert. Die Uferbereiche und umgebenden Böschungen bieten Lebensraum für viele, häufig gefährdete Tierarten wie Flussregenpfeifer, Uferschwalbe, Kreuzkröte, Knoblauchkröte oder Zauneidechse. Deren Lebensräume (Biotope) sind in der meist intensiv genutzten „Normallandschaft“ selten und kaum noch zu finden. „Insofern stellen Kiesseen wichtige Ersatzbiotope und Nischen für die Pflanzen- und Tierwelt dar, die auf diese besonderen und seltenen Lebensraumbedingungen angewiesen sind.“

Wertvolle Biotopfläche schützen

Wer Sand und Kies abbaut, muss den damit verbundenen Lebensraumverlust für Pflanzen und Tiere ausgleichen. Ein Badebetrieb oder andere Freizeitnutzungen an Kiesseen, zum Beispiel Picknicken oder Grillen, sind mit dieser Ausgleichsverpflichtung und der gewünschten naturnahen Entwicklung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere nicht vereinbar. Empfindliche Vogelarten könnten durch Lärm bei der Brut verscheucht, gefährdete seltene Vegetation – wenn auch unabsichtlich – zertreten werden. „Erfahrungsgemäß bleibt oft auch Abfall zurück, da kein Mülleimer da ist und auch keiner guckt“, weiß Hempen aus Erfahrung. So könnten wertvolle Biotopflächen entwertet oder zerstört werden.

Lawine und Kälteschock

Darüber hinaus ist das Baden in Baggerseen auch gefährlich. „Sie sind tief und die Uferbereiche haben keine Flachböschungen, sondern fallen steil ab, sodass wenig Stehhöhe vorhanden ist“, sagt Katharina Hahn von der Kreis-Umweltverwaltung. Zudem seien die Böschungen häufig instabil. Menschen könnten mitgezogen, verschüttet oder in Ufernähe im Wasser von Sandmassen erfasst werden – wie bei einer Lawine. Darüber hinaus ist die Wassertemperatur in den Seen bei zunehmender Tiefe wechselhaft und kalt, was zum Beispiel beim Abtauchen zu einem Kälteschock mit Herzversagen führen kann.

In der Regel sind Kiesgelände nicht eingezäunt, da sie der Natur zur Verfügung stehen sollen und die Tiere ungehindert rein- und rauskommen müssen. Die Kiesgelände sind aber alle mit einem Erdwall umschlossen. Abschließend weisen Hahn und Hempen nochmals darauf hin, dass es sich bei Kiesgelände um Privateigentum handelt, das Baden dort ein unbefugtes Betreten darstellt und letztlich auch Fragen der Haftung für Schäden auslöst.

Kiesgelände wie das des Kieswerks Bark sind Privateigentum, weswegen ein Betreten des Grundstücks - und somit auch das Baden - verboten sind.

© GP Alster Kies GmbH