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Haus B Kreisverwaltung

Berichterstattung und Reaktionen zum Thema „Krähe Charly“

Kreis Segeberg. Die Berichterstattung über die Krähe „Charly“ hat viele Reaktionen in der Öffentlichkeit ausgelöst. Zu unserem Bedauern blieben in den Medien wichtige Informationen unerwähnt.

Krähe Charly im Wildtier- und Artenschutzzentrum im Kreis Pinneberg

Unsere Mitarbeiter*innen und die Mitarbeiter*innen der Stadt Bad Segeberg hätten gern anders gehandelt. Über die Tragik der Situation sind sich alle Beteiligten bewusst. Allerdings überwogen die Bedenken im Sinne des Tierschutzes. Der Krähe ging es bei der Halterin nicht gut.

Die Hintergründe:

Das zuständige Ordnungsamt der Stadt Bad Segeberg (1 Mitarbeiter*in) hatte am 11. August 2020 gemeinsam mit dem Kreisveterinäramt (zwei Tierärzte/Tierärztinnen, eine/r davon wird zurzeit eingearbeitet und war deshalb mit dabei) und der Naturschutzbehörde (1 Mitarbeiter*in, aufgrund des Wildtiers hinzugerufen) die Dame aufgesucht.

Zuvor hatte es Hinweise auf die bisher behördlich nicht bekannte Krähenhaltung gegeben. Laut Hinweis einer Tierschutzorganisation aus dem Kreis Segeberg war das Tier 18 Jahre lang im Badezimmer gehalten worden.

Der Besuch dauerte knapp 2 Stunden. Alle Personen stellten sich vor. Im Haus der Frau trugen alle Mitarbeiter*innen Mund-Nase-Bedeckungen.

Es wurde festgestellt, dass die Krähe tatsächlich im Badezimmer von der Dame gehalten worden war. Es wurden keine art- und verhaltensgerechten Haltungsbedingungen vorgefunden. Die Tierhalterin gab an, dass eine Volierenhaltung für sie nicht in Frage komme, weil es dem Vogel draußen zu windig und zu sonnig sei. Der Vogel, der nur auf der Badezimmertür saß, hatte überlange, nicht gepflegte Krallen und einen nicht gepflegten Schnabel (Scherenschnabel). Es lag aus sachverständiger Sicht eine erhebliche Vernachlässigung im Sinne des Tierschutzgesetzes vor. Das Ordnungsamt der Stadt Bad Segeberg war daher zum Wohle des Tieres gehalten, dieses tierschutzrechtlich fortzunehmen und in eine art- und verhaltensgerechte Haltung zu überführen. Dies alles wurde der Tierhalterin mehrfach ausführlich erläutert.

Unterbringung in einer Auffangstation

Das Tier wurde nach alldem mitgenommen, von einer Spezialistin/einem Spezialisten (Vogeltierarzt/Vogeltierärztin) untersucht und in eine tierschutzrechtlich zugelassene Auffangstation im Kreis Pinneberg gebracht.

Die erforderlichen Pflegemaßnahmen an der Krähe wurden durchgeführt. Sie lebt mit zwei Artgenossen art- und verhaltensgerecht untergebracht in der Auffangstation.

Dem Tier geht es jetzt gut. Nach Angaben der Auffangstation verlief die Eingewöhnung ohne Komplikationen. Der Vogel integriere sich sehr gut, so Katharina Erdmann, Leiterin des Wildtier- und Artenschutzzentrums im Kreis Pinneberg. Die Rabenkrähe könne nun endlich ihren natürlichen Bedürfnissen nachkommen und ihren Lebensabend mit Artgenossen verbringen.

Weitere Informationen:

Pressemitteilung Wildtier- und Artenschutzzentrum »
(PDF 454 kB)

Fotos von der Krähe im Badezimmer der ehemaligen Halterin:

Highslide JS
Krähe im Badezimmer mit langen Krallen
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Nahaufnahme der Krallen
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Schnabel der Krähe